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Der Hirsch

Willkommen bei deinem Verbindungstier – dem Hirsch. Diese Seite bietet einen kleinen Einstieg in das Thema. Es sind verschiedene Aspekte des Wolfes zusammengetragen. Die Sammlung will dich dazu einladen, dich mit dem Tier zu beschäftigen. Die Seite liefert ein paar Impulse, die du als Ausgangspunkt für deine Reise nutzen kannst, mit deinem Verbindungstier in Kontakt zu kommen.

Wappen von Hirsau (bei Calw) (1))
Angermuende
Hirschhorn am Neckar
Aalen-Fachsenfeld

Etymologie

*algi-, *algiz, germ., st. M. (i): nhd. Elch, Ried (N.) (1), z-Rune; ne. elk, rush (N.) (2), name (N.) of z-rune; RB.: anfrk., as., ahd.; Hw.: s. *elha-; E.: idg. *elk̑-, Sb., Hirsch, Pokorny 303; vgl. idg. *el- (1), *ol-, *ₑl-, *h₁el-, *h₁ol-, *h₁l-, Adj., rot, braun, Pokorny 302; W.: s. anfrk. elo 1?, sw. M. (n), Elch; W.: s. as. elaho 4, elo*, sw. M. (n), Elch; mnd. elk, M., Elch; W.: ahd. elah* 2, st. M. (a?, i?), Elch, Elentier; mhd. ëlch, st. M., sw. M., Elentier; nhd. Elch, Elk, M., Elch, DW 3, 403, 414; W.: s. ahd. elaho 45?, elho*, sw. M. (n), Elch, Elentier, Bockshirsch, Auerochse; s. mhd. elch, st. M., sw. M., Elentier; nhd. Elch, Elk, M., Elch, DW 3, 403, 414; L.: Falk/Torp 26, EWAhd 2, 1029, Kluge s. u. Elch, Looijenga 7; Son.: die germ. Form ist vielleicht von lat. alcēs beeinflußt (2)

*elha-, *elhaz, germ., st. M. (a): nhd. Elch; ne. elk; RB.: an., ae., anfrk., as., ahd.; Hw.: s. *algi-; E.: idg. *elk̑-, Sb., Hirsch, Pokorny 303; s. idg. *el- (1), *ol-, *ₑl-, *h₁el-, *h₁ol-, *h₁l-, Adj., rot, braun, Pokorny 302; W.: an. elgr, st. M. (a), Elch (cervus alces); W.: ae. eolh, st. M. (a), Elch; W.: ae. éola, sw. M. (n), Elch; W.: anfrk. elo 1?, anfrk.?, sw. M. (n), Elch; W.: as. elaho 4, elo*, sw. M. (n), Elch; mnd. elk, M., Elch; W.: ahd. elah* 2, st. M. (a?, i?), Elch, Elentier; mhd. ëlch, st. M., sw. M., Elentier; nhd. Elch, Elk, M., Elch, DW 3, 403, 414; W.: ahd. elaho 45?, elho*, sw. M. (n), Elch, Elentier, Bockshirsch, Auerochse; s. mhd. elch, st. M., sw. M., Elentier; nhd. Elch, Elk, M., Elch, DW 3, 403, 414; L.: Falk/Torp 26, EWAhd 2, 1029, Kluge s. u. Elch, Looijenga 251 (3)

Das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache schreibt: Hirsch m. zur Familie der wiederkäuenden Paarhufer gehörendes, vorwiegend in Wäldern lebendes, meist ein Geweih tragendes Tier, ahd. hir(u)ʒ (8. Jh.), mhd. hirʒ(e), mnd. herteharte, mnl. nl. hert, aengl. heort, älter heorot, engl. hart, anord. hjǫrtr, schwed. hjort setzen germ. *herut-, ie. *k̑erud- voraus, dazu ablautend griech. kórydos (κόρυδος) ‘Haubenlerche’, aber auch anord. hrūtr (ie. *k̑rūd-) ‘Widder’ (s. hurtig). Zugrunde liegt die unter Hirn und Horn (s. d.) aufgeführte Wurzel ie. *k̑er(ə)- ‘das Oberste am Körper, Kopf, Horn’, die im Ie. vielfach in Benennungen gehörnter Tiere erscheint (s. Hornisse, Ren, Rind). Die außergerm. Bezeichnungen des Hirsches wie lat. cervus, kymr. carw, korn. carow, bret. karo führen auf eigentlich adjektivische Bildungen mit dem Suffix ie. -u̯o- und der Bedeutung ‘gehörnt’, vgl. griech. keraós (κεραός) ‘gehörnt’ (aus *keraϝósκεραϝός, neben kérasκέρας ‘Horn’), dazu mit anderem u̯-haltigen Suffix apreuß. sirwis ‘Reh’.(4)

In der Literatur

DER JUNGE UND DER ALTE HIRSCH

Ein Hirsch, den die gütige Natur Jahrhunderte hat leben lassen, sagte einst zu einem seiner Enkel: »Ich kann mich der Zeit noch sehr wohl erinnern, da der Mensch das donnernde Feuerrohr noch nicht erfunden hatte.«
»Welche glückliche Zeit muss das für unser Geschlecht gewesen sein!« seufzte der Enkel.
»Du schließt zu geschwind!« sagte der alte Hirsch. »Die Zeit war anders, aber nicht besser. Der Mensch hatte da, anstatt des Feuerrohrs, Pfeile und Bogen, und wir waren ebenso schlimm daran als jetzt.«

(Gotthold Ephraim Lessing)

Mythologie

Bei den Kelten trägt Cernunnos, der Hauptgott der Karnuten (Volk in Gallien) ein Hirschgeweih und wird bisweilen auch als Gott in Hirschgestalt beschrieben. Er steht für Fruchtbarkeit. Die bekannteste Darstellung einer mit Cernunnos assoziierten Figur findet sich auf dem sogenannten Kessel von Gundestrup. Hierbei handelt es sich um einen archäologisches Artefakt aus der Latène-Zeit (500-100 v.u.Z.).

Kessel von Gundestrup (5)

In der nordischen Mythologie leben in den Blättern der Welten-Esche Yggdrasil vier Hirsche: Dain, Dwalin, Duneyr und Dyrathror. (6) Deren Deutung ist wissenschaftlich unklar. Aussagen darüber dass die „Vierheit“ der Hirsche auf die Himmelsrichtungen hindeuten scheinen spekulativ.

Bei den Griechen wird Artemis, die Göttin der Jagd, oft mit einem Hirsch dargestellt. Beim Dichter Homer fährt sie in einem goldenen Streitwagen, der von Hirschen gezogen wird. Ihre römische Entsprechung ist Diana, die ebenfalls mit Hirschen dargestellt wird.

Im modernen Druidentum wird der Hirsch mit dem Element Feuer und der Himmelsrichtung Süden assoziiert.

Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir.

(Bibel, Psalm 42,2)

Sonstiges

Der Name „Oscar“ soll auf die altirischen Worte „os“ (=Hirsch,Rind) und „caraid“ (=lieben) zurückgehen und soviel bedeuten wie „der den Hirsch liebt“. (7) Der Name taucht in vielfacher Form.

Der Legende nach begegnete dem später heilig gesprochenen Eustachius im Jahre 118 n.u.Z. im Wald ein Hirsch mit einem leuchtenden Kreuz im Geweih. (8) Später wurde diese Legende auf die Figur des Bischofs Hubertus von Lüttich (ca. 700 n.u.Z., Schutzpatron der Jagd) (9) übertragen und spätestens ab dem 15. Jahrhundert erzählt. Der Kräuterlikör Jägermeister nutzt das Hubertuskreuz als Logo. In der Theorie der historischen Transition wird manchmal unterstellt, dass dieser Hirsch den keltischen Gott Cernunnos dargestellt haben könnte. Dass die Legende im Mittelalter, in welcher Form auch immer zur Christianisierung genutzt wurde, scheint naheliegend.

Media

Heiliger Eustachius trifft auf den Hirsch (10)
Jaegermeister Likör Logo (11)
Waldgott aus Prinzessin Mononoke
Computerspiel zum Hirsch
Hirschbrunft Doku
Fußnoten
  1. Quelle alle Wappen: Wikipedia
  2. Köbler, Gerhard, Germanisches Wörterbuch https://www.koeblergerhard.de/germ/germ.html
  3. ebd.
  4. zitiert aus: „hirsch“, in: Wolfgang Pfeifer et al., Etymologisches Wörterbuch des Deutschen (1993), digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/etymwb/hirsch>
  5. Quelle: Wikimedia-Commons
  6. vgl. Heizmann, Wilhelm. „Die Esche als Weltenbaum in der mythischen Überlieferung der Nordgermanen“. Beiträge zur Esche, LWF Wissen, Nr. 34 (o. J.); Sekundärquelle.
  7. vgl.: Altirisches Wörterbuch: https://www3.smo.uhi.ac.uk/sengoidelc/duil-belrai/english.html
  8. vgl. Eustachius
  9. vgl. Hubertus von Lüttich
  10. Bild-Quelle: Wikimedia
  11. Quelle: http://www.jaegermeister.de