Feste Feiern

Weil der Paganismus viele verschiedene Strömungen und Auffassungen gibt, kann man auch bei den Feiertagen nicht „die eine Wahrheit“ finden. Daher sind die hiesigen Ausführungen ausschließlich als subjektive Momentaufnahme zu verstehen. Je nachdem mit welchem Heiden man spricht, wird man unterschiedliche Deutungen finden.

Die von unserer Gruppe zelebrierten Feste sind in ihrer Deutung und Ausgestaltung mit der Zeit gewachsen und entwickeln sich weiter. Unser Ausgangspunkt ist ein zyklisches Prinzip: Die Erde umrundet die Sonne, die Erde dreht sich um sich selbst, der Mond umrundet die Erde(1). Die Festtage bilden einen Kreislauf ab, der sich auf der Erde am deutlichsten in den Jahreszeiten zeigt: Kommen, bleiben, gehen, fehlen.

Was die paganen Feiertage betrifft, so scheint es einen gewissen Konsens bei den modernen heidnischen Strömungen zu geben. Wir orientieren uns ebenfalls an diesen acht Jahreskreisfesten. Hierbei gibt es vier Termine die sich am Sonnenverlauf orientieren und die ein spezielles astronomisches Ereignis kennzeichnen(2):

  • Wintersonnwende (Yule): 21.12.
  • Frühjahrs-Tag-und-Nacht-Gleiche (Ostara): 21.03.
  • Sommersonnwende (Litha): 21.06.
  • Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche (Mabon): 21.09.

Der Vollständigkeit halber sollte man sagen, dass aufgrund unseres Kalendersystems das genaue Ereignisdatum plus-minus zwei Tage stattfinden kann. Wir versuchen, die obigen Daten so weit wie möglich einzuhalten, geben aber der Gemeinschaft (wer hat wann wie Zeit) den Vorrang. Das jeweilige Thema des Festtages ist ja nicht nur am spezifischen Tag zugegen 🙂

Und dann gibt es noch vier Mondfeste, die sich analog zur Sonne an vier spezifischen Vollmonden (manchmal auch Neumonden, das ist Auslegungssache) orientieren. Im Laufe der Zeit hat sich für unsere Gruppe folgender Modus ergeben:

  • Imbolc: Genaues Vollmond-Datum im Januar/Februar (wird von Gevetter Hūwo bestimmt)
  • Beltane: Nacht zum 1. Mai
  • Lughnasadh: Erstes Wochenende im August
  • Samhain: Nacht zum 1. November

Fußnoten
  1. und wir befinden uns in einer rotierenden Spiralgalaxie und so weiter
  2. Auf der Südhalbkugel der Erde sind die Daten natürlich gespiegelt