Aspekte KW46

Hier veröffentliche ich die Posts meines Telegram-Kanals…. zu konservatorischen Zwecken.


Paganismus Mannheim, [09.11.20 09:39]
Hallo Leute,

Das möchte ich mit Euch teilen: Ein Gedicht, das ich vor einigen Jahren geschrieben habe, weil ein Freund mich dazu eingeladen hat.

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Villanelle zum Herbst
——–

Dem Umbruch beschieden sind farbige Blätter
Hast du einmal zu mir gesagt
Der Herbst ist im Guten und Schlechten ein Retter.

So ging es auch einst meinem jüngeren Vetter
ihn hatte das stetige Dunkeln geplagt.
Dem Umbruch beschieden sind farbige Blätter.

Die’s meistens nicht merken sind hungrige Städter
denn hektischen Waisen bleibt er oft versagt.
Der Herbst ist im Guten und Schlechten ein Retter.

Doch legst du dich nieder auf schwindende Bretter
so wirst du zur Ansicht nicht weiter befragt.
Dem Umbruch beschieden sind farbige Blätter.

Erkenne das Wesen vom stürmischen Wetter
und handle bedacht aber niemals verzagt.
Der Herbst ist im Guten und Schlechten ein Retter.

Sei also nicht wie mein jüngerer Vetter
der damals die schwindenden Tage beklagt‘
Dem Umbruch beschieden sind farbige Blätter.
Der Herbst ist im Guten und Schlechten ein Retter.
——–

Herzliche Grüße, Leuhton


Paganismus Mannheim, [11.11.20 10:00]
Hallo Leute,

Religiosität und Spiritualität (RS) werden in der Literatur (je nach Wissenschaftsdisziplin) vielfältig unterschieden. Folgende Definition ist für mich griffig:

Religiosität bezeichnet die Übernahme spezifischer Glaubensvorstellungen, den Ritualen und Traditions-Systemen von organisierten Glaubensgemeinschaften.

Spiritualität umfasst die Suche nach dem Sinn und Zweck des Lebens, die Beantwortungen von wissenschaftlich nicht erklärbaren Fragen und die Konstruktion eines Weltbildes, das dem eigenen Leben Kohärenz verleiht.
Zwingmann (1)bezeichnet Spiritualität als „subjektiv erlebten Sinnhorizont“, der innerhalb und außerhalb von Religionsgemeinschaften vorkommen kann.

Dem gegenüber steht die Esoterik, doch dazu habe ich noch nicht recherchiert.

Herzliche Grüße, Leuhton


Paganismus Mannheim, [12.11.20 09:27]
Hallo Leute,

heute gibt es Geschichte:
Die Universität Marburg veranstaltet ab nächster Woche Donnerstag eine Ringvorlesung (auch online) zum Thema „Magie und Hexerei in antiken Kulturen“. Nähere Informationen und den Teilnahmelink gibt es unter: https://www.uni-marburg.de/de/mcaw/aktuelles/nachrichten/ringvorlesung-magie-und-hexerei-in-antiken-kulturen-wintersemester-20-21

Parralel dazu empfehle ich ein kurzweiliges Video von ZDF-Terra X zur Hexenverfolgung im Mittelalter:

Herzliche Grüße, Leuhton


Paganismus Mannheim, [14.11.20 13:10]
Hallo Leute,

diese Woche ist mir das Thema „Wut“ mehrfach begegnet.

In unserer Kultur wird gelebte Wut oft negativ konnotiert. Schon früh lernen wir, dass wir die Kontrolle über uns und unsere Emotionen haben sollen. Wut zu zeigen ist heute in unseren Breitengraden oft gleichgesetzt mit Schwäche, Dysfunktionalität und antisozialem Verhalten. Also lernen viele von uns, Wut zu unterdrücken… und wir wissen (meist schon aus eigener Erfahrung), dass alles, was man wegschiebt, irgendwie und irgendwann wieder zum Vorschein kommt – nur vielleicht in anderer Weise und meistens nicht angenehmer.

Ich glaube daher, dass man sich mit der gesamten Bandbreite der eigenen Gefühlswelt auseinandersetzen darf, sie wahrnehmen und sie (auf gesunde Weise) integrieren darf.

Einen kleinen Einblick in das Thema „Wut“ gibt es im angehängten Podcast (2)

SWR Podcast: Wut als Produktive Kraft

Herzliche Grüße, Leuhton


Paganismus Mannheim, [15.11.20 13:45]
Hallo Leute,

bei allen Befürchtungen und Diskussionen über die zerstörerische Kraft des Menschen, seinen Einfluss auf die Natur, den Planeten und im Umgang mit anderen Menschen und Lebewesen, tut es mir immer gut, zu sehen, dass es auch die andere Seite der Medaille gibt. So bewahre ich die Zuversicht.

  1. Forscher am Karlsruher Insitut für Technologie (KIT) haben Klimaanlagen für Gebäude entwickelt, die CO2 aus der Luft filtern und aus diesem dann Treibstoffe herstellen. Nach deren Berechnungen könnte diese Technik – im Frankfurter Messeturm verbaut – jede Stunde bis zu 1,5 Tonnen CO2 filtern und daraus bis zu 500kg Kraftstoff produzieren.(3)
  2. In Leipzig ist es Forschern gelungen, aus Blättern von Pflanzen auf einfache Weise Elektroden herzustellen, die leistungsähiger sind und weniger anorganische Ressourcen verbrauchen als herkömmliche Elektroden, die aktuell z.B. in Monitoren oder anderen Bildschirmen verbaut sind.(4)
  3. In Graz wiederum hat man es geschafft, eine Batterie zu entwickeln, die auf Vanillin basiert. Da Vanillin ein Nebenprodukt bei der Papierherstellung ist, steht dieser Rohstoff umfangreich zur Verfügung und könnte in einigen Wirtschaftsbereichen die Akkus auf Basis seltener Metalle ersetzen.(5)(6)

Herzliche Grüße, Leuhton.


Fußnoten
  1. Zwingmann, C.: Spiritualität/Religiosität und das Konzept der gesundheitsbezogenen Lebensqualität: Definitionsansätze, empirische Evidenz, Operationalisierungen. In: Zwingmann, C., Moosbrugger, H. (Hrsg.): Religiosität: Messverfahren und Studien zu Gesundheit und Lebensbewältigung. Neue Beiträge zur Religionspsychologie. Waxmann-Verlag. Münster: 2004
  2. https://www.swr.de/swr2/wissen/swr2wissen-20200220-wut-eine-produktive-kraft-100.html
  3. https://www.nature.com/articles/s41467-019-09685-x
  4. https://link.springer.com/article/10.1007/s40820-019-0359-9
  5. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/anie.202008253
  6. http://aromenverband.de/wp-content/uploads/2018/04/woher-kommt-vanillin-und-wie-stellt-man-es-her-1.pdf

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