Religiöses Coping und soziale Arbeit

Aus der Resilienzfoschung wissen wir, dass spirituelles Coping ein belegter Faktor für funktionale Problembewältigung ist. Es ist also sinnvoll, das aktuell in der sozialen Arbeit vorherrschende bio-psycho-soziale Modell um eine spirituelle Dimension zu erweitern. Wenn wir unseren ganzheitlichen Ansatz ernst nehmen. Interessant ist dabei, dass wir damit bei genauerer Betrachtung an der frühen Geschichte Sozialer Arbeit in Deutschland kratzen: Die Verbindung von Kirche (1) und Armenfürsorge (2)

Vergleichen können wir aber nicht: Heute ist Religiosität um die Qualität von Spiritualität erweitert worden. Eine Vielfalt verschiedener Kulturen und damit auch spiritueller Überzeugungen begegnen uns in unserem beruflichen Alltag. Insofern arbeiten wir unter veränderten Rahmenbedingungen. Noch vor 150 Jahren war der Monotheismus in unseren Breitengraden ein fester Bestandteil des Alltagserlebens. Heute gibt es wieder unzählige Glaubensvorstellungen, die versuchen, nebeneinander zu existieren.

Um RS (3) als sozialarbeiterische Ressource für Resilienz nutzen zu können, sind m.E. zwei Aspekte zu betrachten:
Klient-Zentrierung (4) sollte die individuelle Perspektive des Klienten auf seine Spiritualität erfassen und aufgreifen, um seine Stärken und Ressourcen umfassend fördern zu können. Insofern darf das spirituelle Selbstkonzept des Klienten zur Kommunikationsbrücke zwischen ihm und der Sozialarbeiterin werden (5).

Zweitens spielen die professionellen Qualitäten eine entscheidende Rolle. Pargament (6) weist darauf hin, dass die Erkundung der eigenen Spiritualität eine Voraussetzung dafür ist, dass man sich umfassend auf die Spiritualität des Klienten einlassen kann. Er definiert vier Komplexe „spiritueller Professionalität“:

  • Selbstkonzept (Auseinandersetzen mit und Kennen der eigenen spirituellen Leitlinien)
  • Bildung (Wissen über die wesentlichen Aspekte des entgegenblickenden Glaubens)
  • Akzeptanz (Anerkennung der Vielfalt von Glaubensvorstellungen)
  • Authentizität (Rahmung der eigenen Person und Kongruenz mit der beruflichen Rolle)

Vergleichen können wir aber nicht: Heute ist Religiosität um die Qualität von Spiritualität erweitert worden. Eine Vielfalt verschiedener Kulturen und damit auch spiritueller Überzeugungen begegnet uns in unserem beruflichen Alltag. Insofern arbeiten wir unter veränderten Rahmenbedingungen. Noch vor 150 Jahren war der Monotheismus in unseren Breitengraden ein fester Bestandteil des Alltagserlebens. Heute gibt es zig Glaubensvorstellungen, die versuchen, nebeneinander zu existieren.

Um RS als sozialarbeiterische Ressource für Resilienz nutzen zu können, sind m.E. zwei Aspekte zu betrachten:
Klient-Zentrierung (7) sollte die individuelle, Perspektive des Klienten auf seine Spiritualität erfassen und aufgreifen, um seine Stärken und Ressourcen umfassend fördern zu können. Daher darf das spirituelle Selbstkonzept des Klienten zur Kommunikationsbrücke zwischen ihm und der Sozialarbeiterin werden (8).

Zweitens spielen die professionellen Qualitäten eine entscheidende Rolle. Pargament (9) weist darauf hin, dass die Erkundung der eigenen Spiritualität eine Voraussetzung dafür ist, dass man sich umfassend auf die Spiritualität einlassen kann. Er definiert vier Komplexe „spiritueller Professionalität“:

  • Selbstkonzept (Auseinandersetzen mit und Kennen der eigenen spirituellen Leitlinien)
  • Bildung (Wissen über die wesentlichen Aspekte des entgegenblickenden Glaubens)
  • Akzeptanz (Anerkennung der Vielfalt von Glaubensvorstellungen)
  • Authentizität (Rahmung der eigenen Person und Kongruenz mit der beruflichen Rolle)

Fußnoten
  1. in diesem Fall als Institution mit machtpolitischem Antrieb
  2. vgl. dazu unter anderem: Huster, Ernst-Ulrich. „Von der mittelalterlichen Armenfürsorge zur sozialen Dienstleistung: Ausdifferenzierung und Integration“. In Handbuch Armut und Soziale Ausgrenzung, Ernst-Ulrich Huster, Jürgen Boeckh, und Hildegard Mogge-Grotjahn (Hrsg.), 279–301. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2012. https://doi.org/10.1007/978-3-531-19257-4_14.
  3. ich verwende die Begriffe Religiosität und Spiritualität in diesem Artikel synonym
  4. in einem holistischen Verständnis
  5. vgl. Canda, E. R. and Furman, L. D.: Spiritual Diversity in Social Work Practice: The Heart of Helping. Oxford University Press. New York. 2010
  6. Pargament, K. I.: Spiritually Integrated Psychotherapy: Understanding and Addressing the Sacred. Guilford. New York. 2007
  7. in einem holistischen Verständnis
  8. vgl. Canda, E. R. and Furman, L. D.: Spiritual Diversity in Social Work Practice: The Heart of Helping. Oxford University Press. New York. 2010
  9. Pargament, K. I.: Spiritually Integrated Psychotherapy: Understanding and Addressing the Sacred. Guilford. New York. 2007

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.